
Thomas Lojek
Todd VanLangen:
Wettkampfschießen
wird deine Fähigkeiten als
Combat Shooter verbessern
Todd VanLangen ist Sportschütze, ehemaliger US Army SOF (ret.) und Tactical Training Instructor.
Shooting Competitions vs. Combat Training
Shooting Competitions vs. Combat Training und die Frage, was davon im „realen Einsatzumfeld“ die größere Relevanz hat, gehören zu den klassischen Dauerbrennern – fast so alt wie 9mm vs. .45 oder Ford vs. Chevy.
Kürzlich stieß ich auf eine hitzige Debatte in den sozialen Medien genau zu diesem Thema.
Als Thomas Lojek mich daraufhin bat, einen Artikel zu schreiben, dachte ich mir: Warum also nicht ein wenig Öl ins Feuer gießen?
Competitive Shooting hat deutlich mehr zu bieten
In den vergangenen 24 Jahren hatte ich das Glück, beide Welten kennenzulernen.
Und als SOF Taktiker kann ich ohne Zweifel sagen: Competitive Shooting erhält oder steigert deine Fähigkeiten als Combat Shooter.
Wie wir alle wissen: Je häufiger du den Abzug betätigst – sei es beim Dry Fire oder beim Live Fire auf dem Flat Range –, desto eingestimmter und vertrauter wirst du mit deiner Waffe.
Und genau das macht dich zu einem besseren Schützen.
Dieser Aspekt allein würde das Argument bereits tragen.
Doch Competitive Shooting bietet weit mehr, als lediglich die Schießleistung zu verbessern.
Die wertvollste Fähigkeit, die ich aus dem Wettkampfschießen für den Einsatz mitgenommen habe, ist die Fähigkeit, in sehr kurzer Zeit extrem schnell und flüssig arbeiten zu können.
Ob bei IDPA, IPSC, PRS, NRL oder Multi-Gun – Zeit ist immer die größte Herausforderung eines Schützen (neben dem eigentlichen Treffen).
Der Stress, den man sich im Wettkampf auferlegt, spiegelt die chaotische, zeitkritische Natur eines Gefechts bemerkenswert genau wider.
Die Fähigkeit, unter massivem Zeitdruck klar zu denken und zu handeln, lässt sich direkt in den Einsatz übertragen.
Und je häufiger ein Taktiker sich solchen Situationen aussetzt, desto mehr beginnt das Gehirn, die Zeit „zu verlangsamen“ – es entwickelt das nötige Muskelgedächtnis, um schneller und klarer denken zu können.
Das verschafft einen deutlichen Vorteil gegenüber den Gegnern.

Offen gesagt ist das alles völliger Unsinn
Die Anti-Competition-Fraktion behauptet gern, Wettbewerbe seien nicht taktisch und würden zu „bad habits“ führen – kein Nutzen von Deckung, kein Magazinwechsel in Feuerpausen.
Doch offen gesagt: Das ist völliger Unsinn.
Es stimmt, dass im Wettkampf die Fähigkeit, ein Match besser zu „gamen“ als die Konkurrenz, häufig den Unterschied zwischen Spitzen- und Durchschnittsschützen ausmacht.
„Gaming“ bedeutet, legale Schlupflöcher im Regelwerk zu nutzen, um Bewegungsökonomie zu maximieren – etwa indem man Ziele auf eine nicht ursprünglich vorgesehene Weise beschießt.
Das führt zu schnelleren Zeiten und besseren Platzierungen.
Nach meiner Erfahrung sind diese sogenannten „bad habits“ jedoch kein realistisches Risiko.
Im Gefecht setzen sich menschliche Natur, Trainingserfahrung und gesunder Menschenverstand durch.
Ein Beispiel: Wenn auf dich geschossen wird, suchst du instinktiv Deckung.
Ich habe Leute sagen hören: „Competitive Shooter trainieren nicht so, wie sie kämpfen, wenn sie hochgetunte Race Guns benutzen!“
Natürlich gilt: Wenn du mit anderem Material als deiner Einsatzwaffe trainierst, sammelst du keine Praxis mit deinem tatsächlichen Gefechtssetup.
Aber wer sagt, dass du mit einer „Hotrod-Waffe“ antreten musst?
Warum nicht dein dienstliches bzw. taktisches Rig im Wettkampf verwenden?
Warum nicht in vollem Kit antreten – mit der gleichen Ausrüstung und den gleichen Waffen, mit denen du in den Einsatz gehst?

Shooting Competitions sind tatsächlich ein hervorragendes Trainingsinstrument
Mein erster Team Sergeant in den Special Forces verlangte regelmäßig, dass unser ODA-Team monatlich an IDPA- und Multi-Gun-Matches teilnahm.
Wir traten dort in BDUs an, mit ausgegebenen M4-Karabinern, M9-Pistolen und den Schrotflinten, die der 18B (Weapons Sergeant) aus der Waffenkammer organisiert hatte.
Wir nutzten Deckung, führten taktische Magazinwechsel durch und nahmen Ecken korrekt – genau die Standardverfahren, die wir auch im Gefecht anwenden würden.
Und das steigerte unsere Fähigkeiten erheblich.
Denken wir darüber nach: Bei Matches kommst du an, schießt die vorher unbekannten Stages – aufgebaut von jemand anderem – und gehst anschließend einfach wieder.
Wer jemals in einer taktischen Einheit war, weiß, dass man die meisten Trainingsszenarien selbst auf- und wieder abbaut.
Das kostet Trainingszeit, und der Trainingswert sinkt, weil jeder am Aufbau beteiligt war.
Die Moral der Geschichte: Shooting Competitions sind ein herausragendes Trainingsmittel, das von allen Angehörigen taktischer Einheiten genutzt werden kann und genutzt werden sollte.
Da Trainingsmittel und Trainingsorte oft knapp sind, sollten Kommandeure – insbesondere im LEO-Bereich – aktiv dafür werben, dass mehr ihrer Beamten an Wettbewerben teilnehmen.
Ich habe mit Polizisten aus allen Teilen des Landes gearbeitet, und ihre häufigste Beschwerde lautet: „Wir bekommen nie Geld für Training.“
Meine Standardantwort darauf ist stets die gleiche: Nutzt Shooting Competitions als Trainingswerkzeug.
Es kann dir nur helfen, besser zu werden
Diejenigen, die den Schießsport als ergänzendes Training nutzen, erzielen messbare Ergebnisse, die sich direkt auf reale Einsatzsituationen übertragen lassen.
Vor langer Zeit hörte ich ein Zitat von einem Schützen, der zugleich Operator war und das mich bis heute begleitet:
„Ich würde eher einen Competitive Shooter mit in den Einsatz nehmen als einen Combat Shooter zu einem Wettkampf.“
Die Fähigkeit, schnell und präzise zu schießen, ist eine konkrete Fertigkeit, mit der sich viele im taktischen Bereich schwertun – während Wettkampfschützen genau das regelmäßig abrufen. Warum also nicht von dieser Community profitieren?
Als Operator kann es dir nur helfen, besser zu werden.
Wenn du besser wirst, wird deine Einheit besser – und das führt letztlich zu erfolgreicher Auftragserfüllung und dazu, dass alle lebend nach Hause kommen.



