Thomas Lojek

Devin L. Crinklaw:

Die Vorteile von Limited Penetration CQB

Devin L. Crinklaw ist ein ehemaliger US-Law-Enforcement- und SWAT-Operator.

Er ist Gründer der In Extremis Tactical Group, ein Unternehmen für umfassende Tactical-Consulting-Dienstleistung für Zivilpersonen, Militärangehörige und Sicherheitsfachkräfte.

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Limited Penetration CQB – Ein verhaltensorientierter Ansatz zur Erhöhung der Überlebensfähigkeit im SWAT Einsatz

Einleitung: Warum Limited Penetration wichtig ist

Der Zweck von Limited Penetration CQB besteht darin, Operatoren, Soldaten und Polizisten taktische Optionen an die Hand zu geben, die ihre Überlebensfähigkeit erhöhen.

Dies gilt insbesondere in High-Risk-Situationen wie der Suche nach gefährlichen Straftätern, die zu schweren Verletzung oder Tod führen können, wenn man auf einen vorbereiteten und entschlossenen Verteidiger in einem befestigten Bereich trifft.

Limited Penetration CQB steht im direkten Gegensatz zur traditionellen „Dynamic“-Methode, die ausschließlich auf Geschwindigkeit und Synchronität setzt — sowie auf einen weiteren Operator, der identifiziert, unterscheidet, bewertet und handelt, während man sich in einen unbekannten und zuvor nicht einsehbaren Bereich bewegt.

Die Konsequenzen in solchen High-Risk-Lagen sind lebensbedrohlich, und Präzisionsschüsse müssen oft während der Bewegung abgegeben werden.

Das ist selbst für außergewöhnlich gut ausgebildete und erfahrene Operator eine der anspruchsvollsten Fähigkeiten.

Doch durch Training und Praxis entstehen genügend Wiederholungen, um in dieser Fähigkeit — auch bekannt als Close Quarters Battle (CQB) — tatsächlich kompetent zu werden.

Klingt einfach, oder?

Wir trainieren das ständig in Shoot Houses und auf Flat Ranges, doch es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Training und dem, was wirklich passiert, wenn wir es gegen widerständige Bedrohungen anwenden.

Das Problem: CQB-Training vs. CQB-Realität

Take #1:

Im oben beschriebenen Trainingsszenario kann der solide ausgebildete Operator sich sicher mit einer Waffe bewegen und verfügt über gute Waffenhandhabungs- und Marksmanship-Fähigkeiten.

Er kann unterscheiden, ob ein Ziel ein Good-Guy- bzw. No-Shoot-Target oder ein Bad-Guy- bzw. Threat-Target ist — und die Waffe schnell in Anschlag bringen und Schüsse abgeben.

Regelmäßig trainierte Operator handeln selbstbewusst und schneiden in Shoot-House-Szenarien mit zweidimensionalen Papierscheiben zuverlässig gut ab.

Take #2:

Gleicher Operator, gleiches Szenario, gleiches Waffensystem mit UTM/SIMMS-Conversion-Bolt oder Dedicated-SIM-Upper.

Doch im gleichen Raum befinden sich nun Live-Rollenspieler mit Simms/UTM-Waffen und Schutzausrüstung.

Die Rollenspieler erhalten die Anweisung, sofort auf die Türöffnung und den Operator zu schießen, sobald eine Mündung oder ein Körperteil des Lead Operators die Schwelle durchbricht.

Das Zwei-Mann-Team setzt den Entry an, und sobald der erste Mann beginnt, die Tür zu überschreiten, geraten sie unmittelbar unter Beschuss aus einer Position knapp außerhalb der Raummitte.

Was passiert?

Was nicht passiert, ist eine Wiederholung des Papierscheiben-Durchgangs.

Niemand — der durchschnittliche Officer/Operator, wenn er auf Raumkampfentfernung beschossen wird — läuft auf eine Bedrohung zu, die auf ihn ausgerichtet ist und aktiv auf ihn schießt.

Das ist verhaltensbiologisch vollständig unsinnig.

Der Überlebensinstinkt hat in dieser Situation das letzte Wort.

Menschlichen Verhalten unter aktiven Bedrohungen

Bei Schreckreaktionen, Hinterhalten und neuen, bedrohlichen Erfahrungen — insbesondere wenn die Konsequenzen lebensgefährlich sind und kaum Zeit zur Reaktion bleibt — fällt der Körper automatisch in defensive Handlungen zurück.

Sieh dir ein beliebiges YouTube-Video eines SWAT-Teams an, das zunächst offensiv agiert — bis es unter Beschuss gerät.

Alle zucken zuerst zusammen, stoppen die Vorwärtsbewegung, machen einen Startle-Drop, gehen zu Boden, und einige rennen weg, bevor sie wieder in den Fight zurückfinden.

Das ist grundlegende Physiologie.

Der primitive Teil des Gehirns, die Amygdala, interessiert sich ausschließlich für das Überleben.

Sie übersteuert das höhere Gehirn und setzt trainierte Reaktionen außer Kraft — durch natürliche Überlebenshaltungen wie Zusammenzucken, sich an Deckung pressen oder das Stoppen der Vorwärtsbewegung in einen Hinterhalt.

Geistig gesunde Menschen entscheiden sich nicht freiwillig dafür, in ihren eigenen Tod zu laufen.

Deshalb kann das Militär 18-jährige Marines dazu bringen, solche Aufgaben auszuführen.

Sage dasselbe einem 30-jährigen Marine — und du wirst eine klare Antwort erhalten.

Ich fordere dich dazu auf, vergleichbare Demos selbst durchzuführen, sie zu filmen und die menschlichen Verhaltensunterschiede zwischen den beiden Drills zu beobachten.

Du wirst erkennen, dass eine massive Diskrepanz besteht zwischen der Art, wie wir CQB auf der Flat Range und im Shoot House trainieren, wenn die Rollenspieler nicht zurückschießen.

Für die Assaulters gilt zusätzlich: Gesichtsschutz tragen und nur T-Shirts nutzen.

Reality vs. Instagram CQB

Echtes Close Quarters Battle sieht nicht so aus wie das, was man auf Instagram oder YouTube sieht — vier Operator, die sauber in große, leere Räume stürmen, dabei „die Wände laufen“ und wenige Zentimeter neben der Mündung des gegenüberliegenden Corner-Man feuern.

Choreografiertes CQB bildet die Realität nicht ab, sobald es auf Widerstand trifft.

Die meisten bewohnten Räume sind voller Möbel und Hindernisse.

Vor allem entlang der Wände.

Was die dogmatische Methode des „Wände Laufens“ unmöglich macht.

Oft gibt es schlicht nicht genug Platz, um vier Männer in einem Raum unterzubringen, wie es in den meisten CQB-End-User- und Shoot-House-Instructor-Kursen als SOP vermittelt wird.

Der offene Bereich befindet sich im wirklichen Leben meistens in der Raummitte — genau dort, wo man sich nicht hineinbewegen will.

Die reale Welt verändert also unser CQB, und dennoch lehren wir Polizisten und Soldaten weiterhin, „blind“ in Räume zu laufen.

Und erstaunlicherweise:

Es funktioniert.

Ja — es funktioniert.

Warum?

Weil die überwältigende Mehrheit aller CQB-Operationen nicht auf vorbereitete Verteidiger trifft.

Die dynamische Methode funktioniert — bis sie auf Widerstand stößt.

Dann bricht das Verhalten auseinander, und die Ergebnisse sind katastrophal.

Limited Penetration CQB

Die Limited-Penetration-CQB-Methode ist ein Hinterhaltssystem — im Gegensatz dazu, dynamisch in den Bau eines “aggressiven Raubtieres” einzudringen.

Kein Raubtier läuft in die Höhle eines anderen Raubtiers, ohne sie vorher zu „erschnüffeln“.

Limited Penetration CQB ermöglicht es uns, die „Höhle zu erschnüffeln“, bevor wir die Bewohner von außen in einen Hinterhalt nehmen.

Und denk daran: Kugeln sind immer schneller als Füße.

(Der Credit für die „Cave Sniffing“-Analogie geht an Trevor S. Thrasher, USARNG Special Forces MSG (ret.), Career Police Officer.)

Kernprinzipien des Behavior-Based CQB

Die Behavior-Based Limited Penetration CQB Methodology basiert darauf, ursprüngliche menschliche Verhaltensweisen unter Stress gezielt anzuwenden und zu verstärken, um Überlebensfähigkeit und Effektivität zu maximieren — bei gleichzeitiger Reduzierung von Haftungsrisiken, Trainingsaufwand und Trainings-Diskrepanzen.

Sie bietet eine umfassende, prinzipienbasierte Methodologie, die mit variabler Geschwindigkeit in unterschiedlichen Situationen angewendet werden kann.

Sie ist kompatibel mit dem, was Menschen tatsächlich tun, wenn sie einer realen Bedrohung gegenüberstehen.

Viele gängige CQB-Methoden verlangen übermäßige Präzision und extreme Leistungsfähigkeit unter Stress.

Diese Methoden fokussieren nicht auf das Überleben der Operator, bieten keine Flexibilität und sind weitgehend dogmatisch und theoretisch.

Sie basieren primär auf Papierscheiben und Shoot-House-Szenarien.

Das zunehmend verfügbare Combat-Footage zeigt, dass traditionell gelehrte Immediate-Entry-Taktiken fast immer beim ersten Kontakt mit einer realen Bedrohung aufgegeben werden.

• Limited Penetration CQB ist realitäts- und verhaltensorientiert.

Es verlangt nicht, gegen Instinkte anzukämpfen.

Verhaltensbiologisch gegensätzliche Aktionen steigern Verwirrung, Stress und schlechte Entscheidungen im Operator.

• Es ist auf Überleben ausgerichtet.

Es nutzt Deckung, Concealment, Bewegung, Kraftmaximierung und die Störung des OODA-Loops — und erhöht damit defensive wie offensive Fähigkeiten.

• Es ermöglicht Officers, aus extremen Situationen auszusteigen und sie zu stabilisieren.

• Es kombiniert Limited Penetration und Focused Entry flexibel und universell, um mit unterschiedlichen und schnell wechselnden Situationen umgehen zu können.

Fallstudie: Die El Chapo Raid

Eine der besten Darstellungen einer hoch ausgebildeten Special-Operations-Unit findet sich im Video des „El Chapo Raid“ — US SOF hatten diese mexikanischen MARINAS ausgebildet.

Sie verfügen über umfangreiche Erfahrung im Kampf und im Drogenkrieg und führen CQB-Operationen gegen extrem vorbereitete und gut trainierte Verteidiger durch (vermutlich ebenfalls durch US SOF geschult).

Im Video sieht man keinen Operator, der sich seitlich an der Tür „stackt“, „tapped up“ wird und dann in einen Raum voller Gegner mit Maschinenwaffen läuft, die einen Hinterhalt erwarten.

Natürliches menschliches Verhalten hielt diese Männer am Leben — trotz eines Commanders, der drängte: „¡Rápido! ¡Rápido!“

Sie kämpften intuitiv von den Rändern der Türöffnung aus (Limited Penetration CQB) in einem intensiven, hart umkämpften Close Quarter Battle gegen automatisches Feuer und hochexplosive Mittel.

Sieh dir dieses Video an, wenn du sehen möchtest, was tatsächlich passiert, wenn Menschen versuchen, dich aus einem Raum heraus zu töten.

Zusammenfassung und Training

Glücklicherweise sind wir darauf ausgelegt, am Leben zu bleiben.

Warum also trainieren wir Menschen immer noch aktiv gegen ihre Natur?

Wir bieten in Omaha, Nebraska, eine Einführung in Behavior-Based CQB für Patrol- und Small-Units im LE/MIL-Bereich an.

Für weitere Informationen kontaktiere gerne die In Extremis Tactical Group.